Türkische Multiplikatoren besuchen Wandlitz

Wandlitz, den 27.11.2015

Sportinfrastruktur, Sportvereine und Ehrenamt als thematische Schwerpunkte

Auf Einladung des Auswärtigen Amtes besuchte eine Woche lang eine insgesamt siebenköpfige Delegation bestehend aus türkischen Journalisten und Sportexperten Deutschland. Der Hintergrund für ihre Reise: Neben Fußball gibt es in der Türkei kein funktionierendes Breitensportsystem. Sport im Verein oder ehrenamtliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern z.B. als Trainer, Betreuer oder Übungsleiter, wie es in Deutschland gängige Praxis ist, ist in der Türkei weitestgehend unbekannt. „Bei uns ist Sport als gesamtgesellschaftliches Betätigungsfeld bei weitem nicht so populär wie in Deutschland“,   formuliert es Cenk Tolga Özcan, Leiter der Auslandsabteilung der Athletikförderation. „Bei uns trifft man sich lieber zum gemeinsamen Teetrinken oder zum Grillen.“

 

Zumindest bisher noch. Denn das Interesse auf türkischer Seite – vorerst wohl noch in Fachkreisen - scheint groß, zu erfahren, wie das deutsche Sport-, Vereins- und Ehrenamtssystem funktioniert. Dafür hatte sich die türkische Delegation über mehrere Tage in Berlin kundig gemacht. Am 26. November war sie dann zu Gast in Wandlitz, um vor Ort das sportliche Leben in einer ländlichen Gemeinde kennenzulernen. Von Bürgermeisterin Jana Radant erhielten die Besucher einen kompakten Überblick über die Wandlitzer Vereinslandschaft, speziell in sportlicher Hinsicht. Die Anzahl von insgesamt 37 Sport-, elf Schützen- und elf Angelvereinen, die breite Palette an sportlichen Angeboten und auch die z.T. große Mitgliederstärke der Vereine – allein der PSV Basdorf hat mehr als 630 Mitglieder -  beeindruckte sichtlich.  Auch die gute Infrastruktur im Bereich der Sportanlagen und die verschiedenen Möglichkeiten im Bereich der finanziellen Vereinsförderung stießen auf reges Interesse. So ließen sich die türkischen Multiplikatoren die Wandlitzer Sportförderrichtlinie mit ihren  unterschiedlichen Möglichkeiten der Vereinsfinanzierung im Detail erläutern.  Darüber hinaus wurde auch das Thema Integration von Flüchtlingen durch Sport und in Sportvereine diskutiert.

 

Schulleiterin Marina Gläser und Sportlehrerein Maren Arndt erläuterten dann nach einem kurzen Ortswechsel vom Rathaus in die Grundschule, wie und mit welchem Ziel Sportunterricht in Deutschland in den Lehrplan integriert ist. Mit drei Stunden Schulsport von der ersten Klasse an scheint Deutschland zumindest im Vergleich mit der Türkei gar nicht einmal so schlecht dazustehen. Maximal eine Wochenstunde Sport steht dort normalerweise auf dem Stundenplan und nicht einmal die wird, laut Aussage eines türkischen Journalisten, regelmäßig durchgeführt.  Aber nicht nur die feste Integration von Sport als Unterrichtsfach in die Lehrpläne, auch die qualitativ hochwertige Sport-Infrastruktur wurde von türkischer Seite gelobt. Mit ihrer neuwertigen Zweifeldhalle, dem Außensportplatz sowie dem Kunstrasenplatz kann sich die Wandlitzer Grundschule durchaus sehen lassen. Insbesondere die moderne Hallentechnik mit ihrer herabfahrbaren Trennwand und den diversen ebenfalls elektronisch zu steuernden Sportgeräten fanden großes Interesse. Die in der Hallenwand versteckten und ausklappbaren Tribünen wurden eigenhändig mehrfach  ausprobiert und offensichtlich als gute Anregung für mögliche heimische Sporthallenplanungen mitgenommen. Zum Abschluss ihres Besuches in Wandlitz erhielten die Gäste aus der Türkei noch Informationen und Anregungen von Sven Roos, Präsident von 1. FV Eintracht Wandlitz, der noch einmal aus Vereinssicht anschaulich erläutern konnte, wie ehrenamtliches Engagement in der Praxis funktioniert, wie und ob gute Fußballspieler die Chance zur Weiterentwicklung haben und wie die Vereinsfinanzierung im Detail aussieht. Ob die in der Türkei gängige Finanzierung der Fußballvereine mit Hilfe einer speziellen Fußballlotterie und mit Fußballwetten für Wandlitz bzw. für Deutschland nicht auch ein Modell sein könnte, konnte dann abschließend nicht mehr ausdiskutiert werden. In Berlin wartete bereits das Abschiedsessen auf die türkischen Gäste.                                  

 

Bei Rückfragen  wenden Sie sich bitte an: Gemeinde Wandlitz, Pressestelle, Elisabeth Schulte-Kuhnt

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