Neues Kapitel in der Geschichte von Zerpenschleuse aufgeschlagen

Wandlitz, den 17.06.2016

Langer Trödel nach fast 100 Jahren wieder schiffbar

Ein wahrhaft historischer Tag: Seit dem 16. Juni ist der „Lange Trödel“ in Zerpenschleuse nach fast einem Jahrhundert Dornröschenschlaf wieder schiffbar. Mit einem stimmungsvollen Fest an dem neu entdeckten Festplatz direkt an der Schleuse, mit gefühlt allen Bürgerinnen und Bürgern des Ortes, mit Politikern von Bund, Land und aus der Region sowie zahlreichen anderen Gästen wurde dieser zukunftsweisende Tag offiziell gewürdigt und mehr als angemessen gefeiert. Landrat Bodo Ihrke ließ es sich bei der Eröffnungsfeier als Vorsitzender der WIN AG nicht nehmen, höchstpersönlich um 16.16 Uhr den entscheidenden Knopf in der Schleusen-Steuerzentrale zur ersten offiziellen Öffnung der Schleusentore zu drücken. Ein Korso aus zahlreichen kleinen und größeren Booten, die Schippelschute aus der Marina Marienwerder und die eigens aus Oranienburg angereiste historische Staatsyacht `Sehnsucht´ mit dem Großen Kurfürst samt Gefolge an Bord gaben den optischen, vielfaches Schiffshupen und Kanonendonner den akustischen Rahmen für das bunte Geschehen.

 

Der historische Finowkanal ist mit der offiziellen Eröffnung des „Langen Trödels“ nun wieder auf voller Länge schiffbar. In einer fast rekordverdächtigen Bauzeit von zweieinhalb Jahren wurde der 1924/25 zugeschüttete Abschnitt zwischen Liebenwalde und dem Oder-Havel-Kanal bei Zerpenschleuse wieder reaktiviert. Eine neue Schleuse in Zerpenschleuse, zwei Klappbrücken - eine davon in Liebenwalde - und eine Hubbrücke ermöglichen jetzt freie Fahrt für Freizeitkapitäne. Insgesamt 15,6 Millionen Euro wurden dafür investiert. Das Land Brandenburg beteiligte sich mit elf Millionen Euro Fördermitteln an dem Projekt. „Das ist eine Menge Geld. Aber ich bin davon überzeugt, dass es gut angelegt ist“, sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber in seinem Grußwort bei der Eröffnungsfeier. Denn für den Tourismusstandort Brandenburg sei der Wassertourismus, so der Wirtschaftsminister, ein bedeutender Wachstumstreiber. „Nicht nur für Bootsfahrer ist die Region um eine Attraktion reicher. Auch Technikliebhaber werden bei der neuen Schleusenanlage und den Brücken voll auf ihre Kosten kommen“, unterstrich Albrecht Gerber.

 

Schon vor mehr als 250 Jahren war der Finowkanal und damit auch der „Lange Trödel“ ein bedeutender Standortfaktor für die ganze Region und die Lebensader von Zerpenschleuse. Damals waren es vor allem Metallbetriebe, die sich am Wasser ansiedelten. Heute sind es in erster Linie Touristen, die vom Wasser angezogen werden. „Das schafft neue Jobs - in der Gastronomie, im Handwerk und in weiteren Branchen. Ich bin mir sicher: Der Lange Trödel wird dazu kräftig beitragen“, so Minister Gerber. Und auch Bürgermeisterin Jana Radant wies in ihrem Grußwort auf die Chancen für den nördlichsten Ortsteil der Gemeinde hin, die sich jetzt bieten: „Ab heute wird der `Lange Trödel´ Gäste auf dem Wasser in den Ort spülen und ein Mehr an Leben und Aktivität in den Ort bringen. Ich lade Sie ein, die Chancen zu nutzen, die die Eröffnung des Trödels mit sich bringt. Beteiligen Sie sich und machen Sie unser Dorf noch schöner.“

 

Die Wassertourismusinitiative Nordbrandenburg (WIN AG) wurde 2003 gegründet. Mitglieder sind die drei Landkreise Barnim, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin, die Städte Eberswalde, Liebenwalde, Neuruppin, Oranienburg, Templin und die Gemeinde Wandlitz. Mit der Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels ist die WIN-Initiative ihrem Ziel, ein zusammenhängendes touristisches Wasserstraßenrevier mit einer Gesamtlänge von 345 Kilometern im Norden Brandenburgs und in Süd-Mecklenburg zu vernetzen, ein gutes Stück näher gekommen.

 

Die gemeinde- und landkreisübergreifende Zusammenarbeit beim WIN-Projekt „Langer Trödel“ war nicht nur in der Sache erfolgreich, sondern auch ein bemerkenswertes Beispiel für eine Kooperation, die kein „hüben und drüben“ kannte. „Die Arbeit an dem gemeinsamen Projekt und für die gemeinsame Sache über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg hat während der ganzen Jahre durchweg gut funktioniert“, betonte nicht nur Bürgermeisterin Jana Radant.

 

Und auch das Eröffnungsfest in Zerpenschleuse am 16. Juni und seine Vorbereitung gaben ein plakatives Beispiel von guter und professioneller Zusammenarbeit, Schnelligkeit, Flexibilität, der Fähigkeit zur Improvisation und vielen ungeahnten Talenten. Ein herzlicher Dank von dieser Stelle an alle Beteiligten aus Zerpenschleuse und darüber hinaus, die diesen Tag mit ihrem Engagement und ihrer guten Laune zu einem ganz besonderen Dorffest machten. Es scheint, dass mit der Trödel-Eröffnungsfeier eine neue Tradition des Schleusenfestes in Zerpenschleuse aus der Taufe gehoben wurde.  

 

 

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