Wandlitzer Verwaltung legt Fährprojekt zunächst einmal ad acta

Wandlitz, den 14.11.2016

Private Eigentumsverhältnisse verhindern touristisch vielversprechendes Vorhaben  auf dem Wandlitzsee

Erholung im, am und auf dem Wasser hat schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts Tradition in Wandlitz. Gestern wie heute strömen an schönen Sommerwochenenden Tausende Ausflügler in die Gemeinde, um den Tag an einem der Seen zu verbringen. Bootspartien auf dem Wasser haben dabei schon immer eine Rolle gespielt. So bot z.B. das neben dem Wandlitzer Strandbad gelegene Ausflugslokal „Seekrug“ bereits in den 20er Jahren ein kleines Schiff zur Unterhaltung seiner Gäste an.

 

Die Idee eines Bootes oder Fahrgastschiffes auf dem Wandlitzsee stand seitdem immer wieder auf den gemeindlichen Tagesordnungen. 1997 griff die damals noch selbständige Gemeinde Wandlitz sie in einem neuen Konzept zur Entwicklung des Tourismus auf. „Leider  wurde dieses sehr interessante Tourismuskonzept in den folgenden Jahren nicht oder nur geringfügig umgesetzt“, bedauert Bürgermeisterin Jana Radant. 2005 forderte der Wandlitzer Ortsbeirat in einem Grundsatzbeschluss zur Entwicklung des historischen Ortskerns die perspektivische Einrichtung einer Fährverbindung und in der 2012 durch die Gemeindevertretung Wandlitz beschlossenen Erholungsortentwicklungskonzeption wurde die Schaffung einer Fähre auf dem Wandlitzsee erneut vorgeschlagen. Auch der Landesfachbeirat für Kur- und Erholungsorte sprach sich nach seinem Besuch im August 2012 zur Stärkung des Barnim Panoramas als touristischer Anziehungspunkt ganz ausdrücklich für eine Fährverbindung auf dem Wandlitzsee aus.

 

Mit dem privaten Eigentümer des Sees konnte die Verwaltung 2014 eine vorvertragliche Vereinbarung schließen, die u.a. eine erweiterte Nutzung der Fähre für Rund-, Themen- und Kaffeefahrten, Hochzeiten beinhaltete. Eine Benutzung als Partyschiff war schon in diesem Vorvertrag ausdrücklich ausgeschlossen.

Nach einer zunächst erfolglosen öffentlichen Ausschreibung konnte man im Herbst 2015 mit einem Berliner Unternehmen einen potentiellen Partner für das Fährprojekt gewinnen. Sogar die Zusage für eine Leader-Förderung für den Bau eines neuen Schiffes nach Wunsch und Maßgabe der Wandlitzer lag vor. Beste Voraussetzungen also für die Projektrealisierung.

 

Die Wandlitzer Gemeindeverwaltung bemühte sich in den letzten Monaten sehr intensiv, mit dem Seebesitzer eine Vereinbarung zu treffen, um einen regelmäßigen Schiffsverkehr auf dem See zu ermöglichen. „Es wurden wegen der geäußerten Bedenken zu einer möglichen Lärmbelästigung der Seeanlieger Konzeptanpassungen vorgenommen“, so Jana Radant. Danach sollten 3 – 4 Fährfahrten am Tag mit einer Laufzeit von ca. einer Stunde stattfinden. Ab 18 Uhr sollte das Schiff an der Jugendherberge fest vor Anker liegen. Lediglich einige wenige Sonderfahrten, im Wesentlichen Kaffeefahrten, sollten zusätzlich angeboten werden. Abendliche Fahrten mit Musik auf dem Außendeck wurden ausgeschlossen.

„Der Seeeigentümer akzeptiert leider auch die deutlich reduzierte Konzeption nicht und hält weiter an der Begründung fest, der Fokus des Betreibers läge auf Partys und Events und nicht auf dem Fährbetrieb“, so die Bürgermeisterin. Damit muss das Fährprojekt für den Wandlitzsee wohl zunächst einmal ad acta gelegt werden. „Es ist wirklich schade, dass unserer Gemeinde ein so vielversprechendes Vorhaben zur Entwicklung des Tourismus verwehrt bleibt. Insbesondere auch viele unserer älteren Mitbürger hätten dadurch die Möglichkeit gehabt,  den Wandlitzsee auf besondere Art und Weise zu genießen. Aber die privaten Eigentumsverhältnisse des Sees ermöglichen uns nicht, dieses Vorhaben umzusetzen“, bedauert die Wandlitzer Verwaltungschefin.

 

Bei Rückfragen  wenden Sie sich bitte an: Gemeinde Wandlitz, Pressestelle, Elisabeth Schulte-Kuhnt

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