Schönwalde

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Schönwalde gehört zu den Spinnerdörfern in der Mark, die Friedrich der Große zur Steigerung der Tuchfabrikation für die preußische Armee im Rahmen seiner Kolonisationstätigkeit errichten ließ. Noch heute erinnert eine Bronze-Büste in der Dorfmitte an den Preußen-König. Der Name Schönwalde geht den Überlieferungen zu Folge auf den Mühlenbecker Amtsrat Schönewald zurück. 1753 siedelten sich mehrere Kolonistenfamilien aus Württemberg, Sachsen, der Pfalz, Polen und Mecklenburg-Vorpommern hier an und schufen das charakteristische Straßendorf mit breiter Hauptstraße, einem zentralen Platz mit Schulzengehöft und Dorfschänke sowie Feldern direkt hinter den Kolonistenhäusern. Inmitten des Ortes steht noch heute, anstelle des ursprünglichen Bethauses, die 1844 errichtete Kirche.

 

Nach dem Niedergang der Leinenweberei und der Entwicklung einer umfangreichen Holzwarenfabrikation änderte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch das Ortsbild erheblich. Die ehemaligen strohgedeckten Kolonistenhäuser wurden zum Großteil durch größere Häuser mit zum Teil bemerkenswerten Stuckfassaden im Stil des Historismus ersetzt. Mit der Errichtung der „Heidekrautbahn“ Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden weitere Siedlungsbauten.

 

Ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt in Schönwalde ist das in einer landschaftlich reizvollen Umgebung liegende Schloss Dammsmühle. Der malerische Herrensitz hat eine bewegte Nutzungsgeschichte und diente mehrmals als Filmkulisse. Nach langen Jahren des Leerstandes existieren heutzutage Bemühungen zum Erhalt des neobarocken Schlosses.

 

Schönwaldes Einwohnerzahl stieg seit der Wende 1989/90 wieder kontinuierlich an, was auch auf die Errichtung mehrerer Siedlungsgebiete zurückzuführen ist. Ende 2009 zählte der Ort rund 2.350 Einwohner. Die Schönwalder pflegen heute wieder die traditionellen Volksbräuche, so u.a. das unter Regie der Freiwilligen Feuerwehr stattfindende Osterfeuer. Ein Anziehungspunkt sind auch die im „Antiquarium“ durchgeführten Konzerte.