Zerpenschleuse

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Seit der Gemeindegebietsreform 2003 gehört Zerpenschleuse als nördlichster Ortsteil zur Gemeinde Wandlitz. Das Dorf zieht sich entlang des „Langen Trödel“, einem ehemaligen Teil des Finow-Kanals. Der Finow-Kanal ist die älteste künstliche Wasserstraße Deutschlands.  Der von Kurfürst Joachim Friedrich angeordnete Bau des Kanals (1605 – 1620) verband die Oder mit der Alten Havel. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Kanal jedoch fast vollständig zerstört. Am Ort der ehemaligen Hammerdammer Schleuse des ersten Finow-Kanals entstand Ende des 17. Jahrhunderts zunächst eine Pottaschebrennerei, später dann eine Glashütte, um die sich eine kleine Ansiedlung bildete: Alt-Zerpenschleuse. Der Name verweist entweder darauf,  dass die Schiffer hier Scherben für die Glashütte entluden oder er geht auf einen  Schleusenmeister namens Zerpe oder Zerpen zurück.

 

Größere Veränderungen ergaben sich nachdem Friedrich II 1743 anordnete, den Finow-Kanal wieder zu erbauen. Ab 1765 wurden Kolonisten angesiedelt. Beiderseits des Kanals entstanden Ende des 18. Jahrhunderts im Süden die Kolonie „Berg“ und im Norden die Kolonie „Kienitz“. 1805 lebten in den beiden Kolonien und dem ursprünglichen Zerpenschleuse insgesamt 668 Einwohner in 91 Häusern. 1920 gemeindete Zerpenschleuse offiziell die beiden Kolonien ein.

 

Nach der 1914 erfolgten Inbetriebnahme des nicht weit entfernt gelegenen Hohenzollern-Kanals, des heutigen Oder-Havel-Kanals, sank die Bedeutung Zerpenschleuses für die Binnenschifffahrt rapide. Die im Ort gelegenen Schleusen wurden zugeschüttet, die ehemaligen Zugbrücken abgerissen und durch Dämme ersetzt. Der „Lange Trödel“ war geboren: denn das stehende Gewässer innerhalb des Finow-Kanals von Zerpenschleuse bis Liebenwalde wurde nun so genannt.

 

Heute ist Zerpenschleuse ein beschaulicher Ort mit rund 950 Einwohnern, dessen ehemalige Schifferhäuser entlang des Langen Trödel für holländisches Flair sorgen. Sehenswert ist die am Kanal stehende Ziegelfachwerk-Kirche aus den Jahren 1844/45. Seit 2003 entwickelt die Wassertourismusinitiative Nordbrandenburg (WIN) den Wassertourismus entlang des Finow-Kanals. Für Zerpenschleuse ist die Wiederschiffbarmachung des „Langen Trödel“ und seine Einbindung in ein insgesamt 345 Kilometer umfassendes Wassersportrevier geplant, wodurch sich  große Chancen im umweltverträglichen Tourismus mit Charterbooten ergeben.